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Anfang 1991 wurde das Institut vom Landesarbeitsamt Tirol damit beauftragt,
ein Forschungsprojekt über die praktizierte Arbeitsmarktausbildung in
Tirol durchzuführen. Das SOFFI untersuchte dabei die Maßnahmen und Einrichtungen
für jene Personengruppen, die am Arbeitsmarkt besonders schwer unterkommen:
Sonderschüler, psychisch erkrankte Personen, geistig oder körperlich Behinderte,
besonders schlecht qualifizierte Jugendliche, ältere Menschen, die arbeitslos
geworden sind oder Frauen, die wieder in das Berufsleben einsteigen wollen.
Der Schwerpunkt lag dabei, besonders die Betroffenen selbst zu Wort kommen
zu lassen, ihre Erfahrungen in Verbindung zum bestehenden Angebot zu bringen.
Methodisch wurde dem Anliegen des Auftraggebers nach qualitativen Erkenntnissen
dadurch entsprochen, daß mit Absolventen von Kursen des BFI und von beschäftigenden
oder rehabilitativen Maßnahmen einstündige Interviews gemacht wurden.
Diese aufwendige Herangehensweise ermöglichte im Ergebnis qualitative
Aussagen auf einem hohen Niveau, das jedoch nicht von abstrakten Überlegungen
bestimmt ist, sondern sehr nah an der Praxis bleibt.
Parallel zu den Interviews mit Absolventen wurden die betroffenen Einrichtungen
(BFI-Kurse, Berufstrainingszentrum, Geschützte Werkstätte etc.) besucht.
Zum größten Teil wurde dabei mit den Teilnehmern vor Ort ein einstündiges
Gruppengespräch geführt, um die aktuelle Lern- oder Beschäftigungssituation
zu charakterisieren und einen weiteren Zugang zu schaffen.
Die Kursleiter bzw. Geschäftsführer wurden ebenfalls befragt. Zusätzlich
gab es für die Kursleiter des BFI einen teilweise standardisierten Fragebogen
(bezüglich Ausstattung, Lehrsituation, Zusammenarbeit mit der Arbeitsmarktverwaltung
u.a.).
Der dritte Untersuchungsbereich lag in der Analyse der Beratungssituation
an den Arbeitsämtern und der Handhabung des Maßnahmeangebots durch die
Berater dort. Zahlreiche Gespräche und der Besuch einzelner Abteilungen
am Arbeitsamt Innsbruck wurden durch eine Fragebogenerhebung bei den Beratern
im Bereich Jugend" und "Rehabilitation" ergänzt.
Im April 1992 konnten nunmehr die zwei Ergebnisbände vorgelegt werden.
Da die Evaluation der zum Teil hochstrukturierten Maßnahmen erstmals durchgeführt
wurde, bestätigten manche Ergebnisse bereits bestehende Vermutungen über
Verbesserungsmöglichkeiten bzw. objektivierten diese. Auf der anderen
Seite wurde - und das ist wohl das wünschenswerteste Ergebnis einer umfangreichen
Forschungsarbeit - ein dynamischer Prozeß der Neuorientierung unterstützt.
Im Mittelpunkt der strategischen und konzeptuellen Überlegungen stehen
dabei besonders die Teilnehmer, deren Bedürfnissen durch die Studie neue
Aufmerksamkeit zukommt. Nicht die Maßnahmeträger oder die Verwaltung des
Angebots sollen im Vordergrund stehen, sondern die Ratsuchenden, Orientierungslosen,
am Arbeitsmarkt benachteiligten Kunden der Arbeitsämter.
Die zahlreichen Einzelergebnisse und Auswertungen bestätigen hier ein
klareres Engagement für Qualifizierung (in allen Bereichen) und eine ausgeprägtere
Identifizierung mit qualitativen Aspekten der einzelnen Maßnahmen.
Im Zuge der Präsentation der Ergebnisse wurde aber auch klar, daß Kritik
als Instrument der Analyse nicht automatisch destruktive Wirkung haben
muß, sondern gerade hier neue Qualitäten in der offenen Diskussion um
eine Verbesserung der Angebotsgestaltung fördern kann.
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