Die Studie "Arbeitsmarkt und Qualifizierung" in den ESF-Ziel
5b-Gebieten Tirols" stellt einen besonders intensiven Bezug zu den Wahrnehmungen,
Standpunkten, Wünschen und Forderungen der Betriebsinhaber und Personalleiter
im Zielgebiet dar. Hinter diesem Ansatz steckt bereits eine These: Dass berufsbezogene
Weiterbildung, wie sie über das Ziel 5b-Programm intendiert ist, betriebsnahe
anzusetzen ist, um möglichst direkte Potentiale zur Erhöhung der Wirtschaftskraft
in den Zielgebieten zu schaffen.
Die Studie stützt sich auf zwei empirische Säulen: eine Fragebogenerhebung
bei den Betrieben in den Zielgebieten und auf 5 regional veranstaltete Fachtagungen
mit Betriebsinhabern, Personalleitern und AMS-Geschäftsstellenleitern.
Datengrundlage bei der Adressierung der Fragebögen stellte die Herold Management
Data CD dar, die einen sehr aktuellen Bestand an Betrieben, Organisationen,
Praxen usf. beinhaltet. In die Zielgebiete Tirols wurden 7529 Fragebögen versandt.
Als unzustellbar wurden 107 Bögen verzeichnet. Auswertbar rückgesendet wurden
509 Fragebögen. Umgelegt auf die unselbständig Erwerbstätigen in den Zielgebieten
ergibt sich eine Rücklaufquote von knapp über 20% bezogen auf den Beschäftigtenstand
des Jahres 1991 (Quelle: Volkszählung. OSTAT). Nach Regionen und Sektoren
entwickelte sich ein sehr homogener Rücklauf, der eine gute Basis für Repräsentativitätsannahmen
bietet (gesellschaftsbezogene Dienstleister sind dabei unterrepräsentiert,
wirtschaftsbezogene Dienstleister überrepräsentiert vertreten) .
Die Erwartungen an die Ergebnisse dieser Studie im Sinne einer Vereinfachungshilfe
zur spontanen Umsetzung von Qualifikationsmaßnahmen können sicher nicht erfüllt
werden. Hervorgehoben werden muß das Dilemma des Auftraggebers, bei vielfach
zuwenig ausgeprägter Bewußtseinslage und Weiterbildungsinitiative der Betriebe
in einen Handlungs-, Entscheidungs- und Umsetzungsdruck zu gelangen, wo eigentlich
wenig Umsetzbares in Form direkt verwertbarer Anträge von Betrieben oder Betriebsverbünden
vorliegt.
Wie so oft entstanden auf Fragen also nicht nur - Schwierigkeiten reduzierende
- Antworten, sondern zum Teil auch weiterführende Fragen. Die Europäische
Union hat 1996 zum "Jahr des lebensbegleitenden Lernens" erklärt
und dabei insbesondere die Klein- und Mittelbetriebe angesprochen. Ganz entscheidend
erscheint mit Bezug auf Tirol, ob es gelingt, Weiterbildung für Arbeitnehmer
von der Dynamik eines Verdrängungswettbewerbes zu entkoppeln und auf allen
Ebenen kooperative, regionsbezogen-überbetriebliche Haltungen, Strategien
und Qualitäten zu entwickeln.
Unser besonderer Dank gilt den vielen Personen, die sich an der Fragebogenuntersuchung
und im besonderen an den regionalen Fachtagungen beteiligten.
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