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Studie „Berufsverbleib von Lehrabsolventen“





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Die Entscheidung für einen Lehrberuf wird in der Regel sehr früh im Leben getroffen. Die Berufswahl wird dabei von vielen Faktoren mit beeinflusst. Die spätere Berufstätigkeit bringt dann mehrheitlich massive berufliche Veränderungen mit sich.

Studienbasis: 1.000 LehrabsolventInnen aus 2 Jahrgängen, bei denen der Lehrabschluss mindestens 5 bzw. 10 Jahre zurück liegt, wurden persönlich angeschrieben und über das SOFFI-Befragungssystem telefonisch befragt. Kontaktgrundlage bildete eine aktuelle Abfrage von Versicherungsdaten der Tiroler Gebietskrankenkasse; diese Abfrage wurde zuvor von der Österreichischen Datenschutzkommission für dieses Forschungsprojekt genehmigt. Die hohe Zahl der Befragungsstichprobe bietet hochrepräsentative Ergebnisse.

Dieses quantitative Zahlengerüst wurde über einen ausführlichen qualitativen Untersuchungsteil mit 40 Vertiefungsinterviews ergänzt, der insbesondere auf die motivationalen Hintergründe der Entscheidungen im berufsbiografischen Verlauf abstellte.

Ein Kurzbefund sei an die Spitze gestellt: So dramatisch überfordernd von vielen die Berufswahl mit 15 Jahren empfunden wird, so dramatisch verändert sich der weitere Berufsverlauf, der in der Mehrzahl weg vom gelernten Beruf führt.

Wenn man die Befragungsdaten und auch die in den Interviews ausführlicher dargestellten Berufsbiografien analysiert, kann man dem dualen Ausbildungssystem aber trotzdem durchaus Erfolgscharakter zusprechen, ein System, in dem man Karriere machen kann. Allerdings trifft viel von der Erfolgszuschreibung die Hauptakteure selbst, also die Lehrlinge, deren Engagement und Leistung entscheidend für einen möglichen Erfolg bleiben.

Die Leistungen des Ausbildungssystems selbst erscheinen an vielen Stellen optimierbar, vor allem was die Eingangsphase, die Berechenbarkeit, die Verlässlichkeit, die Standards und die Schwerpunktlegung anlangt. Verbesserungswürdig sind also das Berufswahldilemma, die vielen Zufälligkeiten, die Abstimmung und Kooperation der Systempartner oder die Anhebung des pädagogischen Niveaus bei den Ausbildnern.

Die Übereinstimmung zwischen erworbenen und erforderlichen Qualifikationen bleibt ein wichtiges bildungs- und wirtschaftspolitisches Ziel, auch vor dem Hintergrund, dass der gelungene Einstieg ins Erwerbsleben nach wie vor die Grundlage für ein zufrieden stellendes Leben, sowohl in materieller als auch in ideeller Hinsicht bietet.

Diskontinuitäten an der so genannten 2. Schwelle nach Abschluss der Lehrausbildung – wenn also Lehrabsolventen nicht im gelernten Beruf beschäftigt bleiben - hängen vom Fachkräftebedarf der Betriebe ab, sie sind aber auch Ausdruck subjektiver Umorientierungen aufgrund von Bilanzierungen beruflicher Erfahrungen in der Ausbildung oder fehlender Aufstiegs-, Entwicklungs- oder Verdienstchancen im erlernten Beruf.

Es ist wichtig zu sehen, dass diese Berufswechsel zum Teil ein Resultat der im Lauf der Berufstätigkeit stattfindenden Karrieren und Aufstiegsprozesse darstellen, aber andererseits natürlich auch nach der Ausbildung vollzogene Revisionen der ursprünglichen Berufswahl repräsentieren. Dabei spielen die erlebten Arbeitsbedingungen (Arbeitsbelastung, Verdienstmöglichkeiten u.ä.) eine zentrale Rolle.

Der beachtliche Anteil von Absolventen, die unmittelbar nach Verlassen des Lehrbetriebs keinen unmittelbaren beruflichen Anschluss an ihren Lehrberuf suchen – immerhin jeder 5. Lehrabsolvent - und die rasche berufliche Neuausrichtung innerhalb der ersten 5 Jahre nach Lehrabschluss, die von vielen Absolventen vollzogen wird, stellen die Frage nach der Ausbildungsadäquatheit.

Der Spruch „nur durch Arbeit trägt Ausbildung Früchte“ bezieht sich dabei auf die Erfahrung, dass eine spätere Arbeitsaufnahme im erlernten Beruf nur noch selten gelingt, wenn dies nicht sofort im Anschluss an die Ausbildung geschieht.

Das Wechselverhalten während der Ausbildungszeit – beachtliche 11% der Lehrabsolventen haben den anfänglich gewählten Lehrberuf in der Ausbildungszeit gewechselt - und die Tatsache dass sich darüber hinaus jeder 4. Lehrling während der Ausbildung ernsthaft überlegt, den Lehrberuf zu wechseln oder aufzugeben – stellt Fragen an die Lehrausbildung selbst.

10 Jahre nach Lehrabschluss sind nur mehr 39 Prozent der Lehrabsolventen im gelernten Beruf tätig.

So setzt sich auch in Tirol, wo die große Mehrheit der Arbeitskräfte über eine Berufsausbildung verfügt, das unstrukturierte Segment – der Jedermannsmarkt – mit seinen geringeren Qualifikationsanforderungen nicht zuletzt aus Überqualifizierten zusammen. Weitere Gründe für Überqualifizierungen sind etwa die zeitweilige Hortung gut ausgebildeter Fachkräfte auf den so genannten Eingangspforten und die oft mit einer Dequalifizierung verbundene Eingliederung von Frauen nach einer familienbedingten Unterbrechung der Erwerbstätigkeit.

Die spätere Verwertung der Ausbildungskenntnisse im Berufsverlauf entscheidet langfristig auch über die Attraktivität der dualen Ausbildung. Berufswechsel, insbesondere bei Frauen, führen zu einem deutlich höheren Verlust der in der Ausbildung erworbenen Qualifikationen als bei den Männern. In diesem Sinn könnte das Image der Lehre, was die spätere Verwertbarkeit im berufsbiografischen Verlauf anlangt, deutliche Kratzer bekommen.

Die Brauchbarkeit des in der Lehrzeit erworbenen Wissens korreliert naturgemäß mit der derzeitigen beruflichen Tätigkeit. Über 90% der noch im gelernten Beruf Tätigen können das Erlernte wenigstens noch teilweise verwenden. Dieser Wert sinkt bei den Berufswechslern auf 55%. Die duale Lehrlingsausbildung scheint als Vorbereitung auf die Berufswelt grundsätzlich geeignet, wobei immer noch die eindimensionale Festlegung auf eine ganz bestimmte Berufsbiographie im Vordergrund steht. Es wäre jedenfalls zu wünschen, dass die beruflichen Ersterfahrungen in der Lehrzeit dem von einer steigenden Zahl der Absolventen zu gewärtigenden Berufswechsel stärker Rechnung tragen.

Linktipps:
tirol.arbeiterkammer.at






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