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Das Forschungsprojekt "Kennziffern für die Arbeitsvermittlung"
bezieht sich auf die Stammaufgabe des Arbeitsmarktservice, die Arbeitsvermittlung.
Die Gewinnung gesicherter Planungsdaten, die über den verfügbaren Stand
der Dokumentation der eigenen Aktivitäten hinausgeht, zielt damit auf
die Erschließung zentraler Kenn- und Marktgrößen der Arbeitsvermittlung
auf Bezirks- und Bundeslandebene.
Untersuchungspopulation
Die Populationen, auf die sich die untersuchten Stichproben beziehen,
setzen sich aus zwei Gruppen zusammen: auf der einen Seite Personen, die
aus dem Status der Arbeitslosigkeit im Quartal vor dem Befragungszeitpunkt
in ein Beschäftigungsverhältnis gewechselt sind; auf der anderen Seite
Betriebe, die eine beim AMS als offen gemeldete Stelle im letzten Quartal
vor der Befragung besetzt haben. Die Stichproben werden von der AMS-Betriebsgesellschaft
quartalsweise als Zufallsstichprobe gezogen.
Methodisches
Methodisch gesehen handelt es sich bei dem Forschungsprogramm "Kennziffern"
um eine sogenannte "Längsschnittstudie". Begleitend untersucht
werden sollen also Phänomene bzw. Gruppen von Phänomenen über eine längere
Zeitspanne hinweg. Damit kann ein Bild des Wandels und die Entwicklung
von Prozessen dargestellt werden. Wesentlich für dieses Vorgehen ist,
daß immer dieselbe Reihe von Fragen in festen Zeitabständen, jeweils neuen
Stichproben, die aus derselben Population mit derselben Vorgehensweise
gezogen wurde, gestellt werden.
Wenn auch die einzelnen Arbeitsuchenden bzw. die Betriebe nicht dieselben
sind, so sind doch die Stichproben für die befragte Population gleich
repräsentativ. In diesem Sinn stellen die quartalsweisen telefonischen
Befragungen eine "Trenduntersuchung. dar, die Veränderungen wie etwa
den Anstieg oder Rückgang von Zufriedenheiten, Laufzeiten, Vermittlungsanteilen
usf. anzeigen. Trenduntersuchungen zeigen aber nicht nur Bewegungen, sondern.
können in ihrem differenzierten Auswertungszusammenhang Ursache-Wirkungsbeziehungen
näher kommen als einzeln durchgeführte Querschnittstudien, die sozusagen
nur ein Blitzlicht auf einen Moment einer permanenten Entwicklungs- und
Veränderungsgeschichte werfen.
Durchführung
Die Befragung 1995 wurde in 4 Teilbefragungen durchgeführt, wobei ieweils
ein Viertel der Gesamtzahl (1.220 Betriebe, 1.560 Arbeitsuchende) befragt
wurde. Der zeitliche Abstand zwischen den Teilbefragungen betrug jeweils
3 Monate.
Vor jeder Befragungswelle wurden die Personen bzw. Betriebe in einem Schreiben
von dieser Untersuchung verständigt. Den Betrieben wurde mitgeteilt, auf
welche StelIe(n) sich die Befragung beziehen wird und worum es grundsätzlich
geht.
Fehlende oder geänderte Telefonnummern wurden über das Elektronische Telefonbuch
(BTX) nach Möglichkeit ergänzt. Die telefonische Befragung wurde von intensiv
geschulten Mitarbeitern durchgeführt. Als Befragungsmodul wurde mit einer
EDV-Datenbank gearbeitet, die Anwahl erfolgte automatisch über Modem.
Die Interviewer konnten sich mit Hilfe von Freisprechgarnituren und größtmöglicher
EDV-Unterstützung voll auf die Gesprächpartner konzentrieren. Konnte auch
nach 5 Kontaktierungsversuchen kein vollständiges Interview mit der jeweiligen
Zielperson erreicht werden, wurde eine Ersatzperson bzw. eine Ersatzstelle
aus dem Ersatztopf des jeweiligen AMS-Bezirks nachgezogen.
Zufriedenheitsdimensionen
Im 2. Halbjahr 1995 wurde in Erweiterung des Forschungsprogramms "Kennziffern
-" das Projekt Zufriedenheitsdimensionen" durchgeführt. Ziel
war es, die im Kennziffernprogramm nur global erfaßten Zufriedenheitswerte
der Kunden und Betriebe zu präzisieren und die Servicequalitäten des AMS
einer kundenorientierten Ergebnisanalyse zu unterziehen. Gefragt wurde
auf der Ebene persönlicher Wahrnehmungen, bezogen auf konkrete Erfahrungen
und Eindrücke mit dem AMS.
Untersuchungsparameter waren einerseits zentrale Dienstleistungselemente
wie Freundlichkeit, Erscheinungsbild oder Erreichbarkeit. Spezifische
Segmente, die sich auf die Leistungsabteilungen beziehen oder Aufschluß
über beratungsbezogene Serviceanteile geben können wurden ebenso einbezogen
wie betriebsseitige Einschätzungen hinsichtlich der Bewerbermotivation,
der Vorselektion oder zur Handhabung von Beschäftigungsbewilligungen.
Weitere Informationen:
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