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Politische und sozioökomomische Systeme üben einen raumprägenden Einfluß
aus und bestimmen die ökologische Ausstattung sowie Landnutzungsformen
mit. Aufgrund ihrer besonderen landschaftlichen Identität und der sich
oft verändern- den politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
stellen Grenzräume wichtige regionale und zeitliche Kulturlandschaftsdokumente
dar.
Je nach Grenztyp können undurchlässige Grenzen benachbarte Regionen benachteiligen,
durchlässige "Interaktionsgrenzen" dynamische Entwicklungen
einleiten.
Die politischen und im besonderen die wirtschaftspolitischen Veränderungen
in einem Europa im Wandel sowie der Beitritt Österreichs zur EU hat gerade
im Westen Österreichs zu einem breiten Diskussionsprozeß über Begriffe
wie Heimat, Bodenständigkeit, landschaftsbezogene Ressourcen etc. geführt.
So zeigen die Bewirtschaftung der Lebensräume der ansässigen Bevölkerung
in Form einer intensiven touristischen Nutzung im Sinne der Freizeitwirtschaft
sowie die
Frequentierung von Tälern als Transitrouten eine dynamische Entwicklung
einer Grenzregion auf. Allerdings ergeben sich daraus verschiedenste schwerwiegende
Probleme. Die besondere Struktur Westösterreichs mit dem stark strukturierten
Relief der Alpen, die geringe Flächenausdehnung des Lebensraumes und die
ausgeprägten klimatischen Gradienten auf kleinem Raum erhöhen sowohl die
Vielfalt als auch die Störanfälligkeit des alpinen Ökosystems. Es ergeben
sich Grenzen hinsichtlich der Belastung und der Belastbarkeit in geographisch
begrenzten Regionen. Ebenso bleiben Fragen nach Grenznutzen und Grenzrisiko;
für ein ausbalanciertes Verhältnis zwischen den Interessen der ansässigen
Bevölkerung und wirtschaftlichen Notwendigkeiten in Zeiten einer zunehmenden
Trennung von Arbeit und Kultur (z.B. im Tourismus) unter den Rahmenbedingun-
gen der Gesetzmäßigkeiten der Marktwirtschaft offen.
Die traditionelle Landwirtschaft alpiner Räume hat infolge der immer enger
werdenden Räume kein Potential nach intensiver Ertragssteigerung. Vielmehr
erfüllt sie im Sinne einer Pflege "Kultivierung" der Landschaft
(z. B. für den Qualitätstourismus) eine relativ neue Funktion. Probleme
der Freiflächensicherung von Gebieten die einem starken Nutzungsdruck
(Siedlung, Freizeit, Verkehr, Landwirtschaft) unterliegen, werden in einem
Pilotprojekt "Tal-Landwirtschaft Vorarlberg , Strategie zur Freiflächensicherung
in den Talebenen von Rheintal und Walgau, Bei- trag zur nachhaltigen Kulturlandschaftssicherung"
bereits erforscht.
In Verbindung zur Modulgruppe "Sicherung von Lebensqualität und Biodiversität"
erscheinen in diesem Zusammen- hang vor allem jene Konflikte von großem
Interesse, die aus landwirtschaftlicher und touristischer Nutzung, Nutzung
als Naherholungsraum sowie der ökologischen Funktion von Kulturlandschaften
mit ihrer Biodiversitätsausstattung und Strukturvielfalt entstehen.
Die Themen sollen in speziellen Testregionen untersucht werden.
Zentrale Fragestellungen - Lösungswege
- Chancen und Risken im Westen Österreichs aufgrund der Grenzlage
- Ökonomische und ökologische Grenzen hinsichtlich der unterschiedlichen
Nutzungsformen
- Die zukünftige Rolle der Landwirtschaft im Westen Österreichs
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