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Komplementär zur Evaluierung des Kurswesens wurde Ende 1993 vom Landesarbeitsamt
Vorarlberg eine weitere Studie ausgeschrieben, die den Qualifikationsbedarf
im Bundesland Vorarlberg erheben sollte. Erfreulicherweise fand das Angebot
des SOFFI-Instituts die Zustimmung des Auftraggebers.
Eine besonders intensive Annäherung an die Bereiche Personalbedarf, -planung,
-entwicklung und Mitarbeiterqualifizierung wird damit ermöglicht.
Hinsichtlich der Beurteilung von beruflich relevanten Qualifikationen
ist eine beobachtbare, tiefgreifende Veränderung der letzten Jahre zu
berücksichtigen. Stellendefinitionen haben sich verändert und bringen
vielfach das Bild festgefügter beruflicher Identitäten ins Wanken.
Produktion, Gewerbe und Dienstleistung grenzen den Erhebungsbereich dieser
Studie ab. Die Gliederung nach Wirtschaftsklassen und Betriebsgrößen soll
detaillierte Ergebnisse liefern und die zu erwartenden Disparitäten nachvollziehbar
darstellen.
Methodisches Kernstück der Erhebungsphase bildet ein sorgfältig ausgetesteter
Fragebogen. Bei der Erstellung dieses Instruments wird intensiv auf die
praxisrelevanten Erfahrungen einzelner Betriebe eingegangen.
In einer ausführlichen Pretestphase werden die Fragestellungen nochmals
überprüft und verfeinert. Insgesamt werden schließlich über 4.000 Betriebe
mit dieser Fragebogenuntersuchung erfaßt.
Auch hier kommen zur Abrundung qualitative Elemente der Datengewinnung
zum Einsatz. Dadurch sollen vor allem jene Inhalte und Informationen erfaßt
werden, die bei der standardisierten empirischen Erhebung verloren gehen
würden. Zwei methodische Settings kommen dabei zum Einsatz: Das Tiefeninterview
und die moderierte Gruppendiskussion.
Wir erachten gerade die moderierte Gruppendiskussion als interessantes
Element qualitativer Forschung. Für die in Aussicht genommene Studie zum
Qualifikationsbedarf im Bundesland Vorarlberg bedeutet dies nicht zuletzt
nach Art der "Szenotechnik" die Bindeglieder eines vernetzten,
einander bedingenden Systems herauszuarbeiten.
Dieses System läßt sich aufgrund seiner Komplexität nur teilweise durch
die beiden Pole Angebot und Nachfrage charakterisieren.
Als explorative Methode eignet sich daher die moderierte Gruppendiskussion
- bei entsprechend sorgfältiger Vorbereitung und Durchführung - besonders
dazu, tieferliegende Meinungen zu aktualisieren und damit auf ökonomische
Art eine Übersicht über Art und Ausmaß vorhandener Meinungen, Werte und
Konfliktpotentiale im Untersuchungsfeld zu gewinnen.
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