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Etwa 80% der pflegebedürftigen älteren Menschen leben in privaten Haushalten.
Ein Großteil der häuslichen Pflege wird dabei von Ehefrauen, Töchtern
oder Schwiegertöchtern übernommen. Auf der anderen Seite haben sich eine
Reihe von mobilen Pflege- und Betreuungsdiensten in Tirol etabliert, auf
die Betroffene zurückgreifen können.
Seit 1.7.1991 ist nun in Tirol eine neue Finanzierungsleistung, der "Zuschuß
zur häuslichen Pflege" in Kraft. Bis zum 8. April 1992 haben insgesamt
2569 Personen diesen Zuschuß in Anspruch genommen. Durchschnittlich wurden
je Leistungsbezieher ÖS 3.233,- monatlich gewährt, das sind 1m Gesamtverhältnis
56% der jeweiligen Leistungsstufe.
Damit wird eine Funktionsweise der Regelung deutlich: Vergleichbare Leistungen
wie etwa ein Hilflosenzuschuß, der Erhöhungsbeitrag der Familienbeihilfe
für ein erheblich behindertes Kind oder die Pflege- und Geldbeihilfe nach
dem Tiroler Rehabilitationsgesetz werden vom Zuschuß abgezogen.
Erfahrungen
Wie wirkt sich nun diese neue finanzielle Regelung in der Praxis aus?
Welche positiven Effekte sind feststellbar? Es muß aber auch der Frage
nachgegangen werden, wo es hier zu maßnahmebedingten, z.T. neuen Schwierigkeiten
kommt:
- in der alltäglichen Abwicklung zwischen Betroffenen, Angehörigen,
Verwaltung und mobilen Diensten
- bei Fragen der Einstufung und Einschätzung des Pflegebedarfes
- in der Wahlfreiheit zwischen sozialen Diensten und der pflege durch
Familienangehörige
- in der Beratungstätigkeit für Betroffene und Angehörige
Zielsetzung
Diesen Fragen soll anläßlich eines Seminars zum Thema "Zuschuß zur
häuslichen Pflege" auf den Grund gegangen werden. Die Initiative
dafür wurde vom zuständigen Landesrat für Gesundheit und Soziales, LR
Dr. Walter Hengl, gesetzt, der unser Institut mit der Planung, Organisation
und Moderation für diese Veranstaltung beauftragt hat.
Wir laden Sie daher an dieser Stelle sehr herzlich ein, sich an der Diskussion
zu beteiligen. Die Chance, die wir in einer solchen Form der Weiterentwicklung
bestehender Angebote und Regelungen sehen, ist die praxisnahe Diskussion.
Zielgruppe für dieses Seminar sind alle Fachleute, die mit dem Pflegezuschuß
zu tun haben.
Durchführung und Ergebnisse
Um hier verschiedene Seiten zu beleuchten, haben wir einige Personen gebeten,
ihre Erfahrungen und auch Positionen in Kurzstatements darzustellen. Themen
sind dabei die sozial- und gesundheitspolitische Dimension, die medizinische
Begutachtung, die Durchführung in der Verwaltung die Praxiserfahrungen
sozialer Dienste mit Laienhelfern, mit Professionellen sowie die gerontopsychologische
Sichtweisen aus dem klinischen Alltag.
Reichlich Gelegenheit für Ihre Erfahrungen oder auch Bedürfnisse nach
Klärung sollte damit im offenen Teil des Seminars bleiben. Wesentliche
Seminarbeiträge werden in Form einer Tagungsunterlage aufbereitet.
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